Kleinspecht

Picoides minor

KleinspechtAussehen: Mit einer Körperlänge von 14-16 cm wird dieser kleinste der europäischen Spechte seinem Namen durchaus gerecht. Sein auffälligstes Merkmal ist die schwarz-weiße Querbänderung des Rückens und der Flügel. Der Schwanz ist oben schwarz, unterseits weiß mit schwarzen Flecken. Die Unterseite des Körpers ist weiß bis schmutzigbraun mit schwarzen Längsstreifen an Brust und Flanken. Ein auffälliges Merkmal des Kopfgefieders sind der Bartstreif und der Postaurikularstreif ("Hinterohrenstreif"), die zusammen ein schwarzes Dreieck bilden. Durch seine rote Kopfplatte kann man das Männchen gut von dem Weibchen mit weißer Kopfplatte unterscheiden. Dieser Unterschied zeigt sich schon bei den Jungvögeln.

Gewicht: 17 g bis 26 g

Flügellänge: 82 mm bis 98 mm

Lebensraum: Bewohnt Laub-, Misch- und Nadelwälder, gerne auch Auwälder und die halboffene Landschaft mit sonnigen Feldgehölzen, Baumreihen an Straßen, Alleen und Seen sowie Streuobstwiesen. Aufgrund seiner geringen Körper- und Schnabelgröße ist er nicht so kräftig wie die anderen Spechte. Für die hackende Nahrungssuche und die Schlafhöhlen, die er selbst zimmert, benötigt er daher ausreichend Bäume mit weichem oder totem Holz.

Nahrung: Insekten und deren Larven sowie Spinnen. Bevorzugt holzbohrende Käferlarven, Raupen, Pflanzenläuse und Ameisen. Seine Beute erwirbt er vor allem durch Hacken.

Nest: Brütet in stets selbstgezimmerten Höhlen, die er oft in Seitenästen so anlegt, dass die Öffnung nach unten zeigt und die Höhle so wettergeschützt ist. Während die Schlafhöhlen von jedem Vogel einzeln angelegt werden, wird die Bruthöhle von beiden Partnern gemeinsam gezimmert. Die Eier werden auf den bloßen, lediglich mit Holzspänen gepolsterten Höhlenboden gelegt.

Eier: durchschnittlich 5 bis 7; rein weiß

Brutdauer: 10 bis 12 Tage

Nestlingsdauer: 18 bis 21 Tage

Besonderheiten: Standvogel (und mitunter auch Strichvogel)

Gefährdung: Der Kleinspecht gilt in einigen Bundesländern bereits als gefährdet, auch im restlichen Bundesgebiet, wie auch in der Schweiz und in Österreich, gibt es Anzeichen für eine Gefährdung der Art. Ursache ist vor allem der Verlust an Lebensraum, vor allem, da alte Bäume mit totem Holz oft abgeholzt werden. Diese stehen zu lassen, könnte dem Bestand helfen. Auch der Schutz von Streuobstwiesen kommt dem Kleinspecht zugute.

Autor: Claudius Blume

[zurück]

 
Seitenanfang
webmaster@agoev.de
 
© Arbeitsgruppe Ökologie und Vogelschutz e.V.
letzte Änderung: 21. März 2004