Wendehals

Jynx torquilla

Wendehals (Jungvogel)Aussehen: Das Gefieder dieses Vogels ist oberseits braun-grau rindenartig gefleckt. So ist er gut an seine Umgebung angepasst, wenn er an Bäumen klettert oder am Boden nach Nahrung sucht. Die Unterseite ist von hellerem Braun mit einer feinen braunen Querbänderung. In Färbung und Kletterverhalten erinnert der Wendehals an einen Baumläufer, von diesem kleinen Vogel unterscheidet er sich aber deutlich durch den kurzen, geraden Spechtschnabel und vor allem durch seine Körperlänge von 16-17 cm. Das auffälligste anatomische Merkmal ist die Fähigkeit dieses Vogels, seinen Hals um 180° zu drehen, die ihm auch seinen Namen verliehen hat.

Gewicht: 23 g bis 52 g

Flügellänge: 80 mm bis 90 mm

Lebensraum: Bewohnt lichte Wälder und Parklandschaften.

Nahrung: Wendehälse ernähren sich vornehmlich von Ameisen, wobei sie sowohl erwachsene Tiere fressen als auch Larven und Puppen, die sie mit ihrer langen, klebrigen Spechtzunge aus den Ameisenbauten angeln.

Nest: Nistet in alten Spechthöhlen, natürlichen Baumhöhlen und mitunter auch in Nistkästen. Die Eier werden auf den bloßen Höhlenboden gelegt; wenn in der zum Nisten ausgewählten Höhle altes Nistmaterial vorgefunden wird, wird es sogar ausgeräumt.

Eier: 6 bis 10 (14)

Brutdauer: 11 bis 14 Tage

Nestlingsdauer: 20 bis 22 Tage

Besonderheiten: Der Wendehals ist der Außenseiter unter den heimischen Spechten. Er wird auch nicht wie die anderen zur Unterfamilie der "Echten Spechte" gezählt, sondern zu einer eigenen Unterfamilie der "Wendehälse". Im Gegensatz zu den anderen heimischen Spechten zimmert er seine Höhlen nicht selbst. Außerdem ist er unter ihnen der einzige echte Zugvogel und verbringt den Winter in Afrika.

Gefährdung: Der Bestand dieses ungewöhnlichen Vogels ist stark gefährdet, vielerorts ist die Art sogar bereits vom Aussterben bedroht. Zu ihrem Schutz muss ihr Lebensraum bewahrt werden. Da der Wendehals keine eigenen Höhlen baut, sondern bereits fertige Höhlen sucht, kann man ihm in geeigneten Lebensräumen auch ein wenig mit Nistkästen helfen. Als Zugvogel ist der Wendehals allerdings noch einem zusätzlichen Risiko ausgesetzt. Viele dieser Vögel werden nämlich leider auch auf dem Zug oder im Winterquartier von Menschen gejagt, so dass eigentlich auch dort Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssten.

Autor: Claudius Blume

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letzte Änderung: 17. März 2004